2012_poulenc_gloria_mozart_c-moll-messe 2011: J. Haydn, Harmoniemesse // C.Ph.E. Bach, Magnificat 2011: J.S. Bach, Matthäuspassio 2010: J.S.Bach, Magnificat / G. Rossini, Stabat Mater 2009: Mendelssohn, Elias 2008: J. Haydn, Schöpfung 2007: Mendelssohn, LaudaSion / Mozart, Requiem 2007: Mozart, Missa Brevis und Vesperae 2006: Brahms, Schicksalslied / Dvorak, Te Deum / Puccini, Messa di Gloria 2005: Haydn, Jahreszeiten 2004: Dvorak, Stabat Mater2003: Mendelssohn, Paulus

Konzert 2010:

Johann Sebastian Bach: Magnificat, BWV 243
Gioacchino Rossini: Stabat Mater

Sonntag,21. November 2010, 17.00 Uhr, Kongresshaus Biel

Barbara Locher, SopranChristina Daletska, Mezzosopran/AltRolf Romei, TenorMichel Brodard, Bass


Konzertkritik "Bieler Tagblatt"

(24.11.2010 / "Kultur" / Daniel Andres)

....konnte man sich an einem gepflegten Chorklang erfreuen....

>>> ganzen Artikel als PDF herunterladen <<<

 

 

 

 


Zu den Werken

Das Konzert des Chores Ipsach vereinigt Gegensätze, wie sie grösser fast nicht sein könnten: Lobgesang - Trauergesang; evangelischer Kirchenmusiker - italienischer Opernkomponist mit italienischem Belcanto. Verbindend ist eigentlich nur die Gestalt der Maria, die in beiden Werken in Erscheinung tritt. Mit „Magnificat" beginnt der Text aus dem Neuen Testament, der unzählige Male vertont worden ist. Es ist einer der drei Gesänge, der an die Psalmen des Alten Testaments in Form und Inhalt anschliesst.

Johann Sebastian Bachs Magnificat BWV 243 gehört zweifellos zu den schönsten und tiefsten Schöpfungen über diesen Text. Man müsste nun Verszeile um Verszeile kommentieren, um dem Reichtum dieses Werkes gerecht zu werden. Stellvertretend sei das Duett „Et misericordia" erwähnt. Mit gedämpften Streicherstimmen und zwei Querflöten wird ein unvergleichlich mildes Klangbild der Barmherzigkeit Gottes gemalt. Ihm folgt der gewaltige Arm, der die Stolzen und Selbstherrlichen auseinander treibt. Sie werden zerstreut: Jede Chorstimme singt das „dispersit" allein, also „vereinzelt".

Beim Stabat Mater ist nicht nur die Autorschaft des Textes, sondern die Entstehungszeit ungewiss. Es ist ursprünglich ein Reimgebet bzw. ein Leselied zur stillen Andacht, welches später als Sequenz in das Missale aufgenommen wurde. Auch davon gibt es zahlreiche Vertonungen. Eine davon, die von Antonin Dvořák, hat unser Chor vor einigen Jahren aufgeführt. Rossinis Stabat Mater ist von auserlesener Schönheit in einem typisch italienischen Pathos. Der geniale Opernkomponist schafft hier dem Leid und dem Schmerz eine ergreifende Klangwelt, die zwar seinen Bühnenmusiken entnommen scheint, die aber zutiefst ins Gemüt aller Zuhörer eindringt und bestimmt niemanden indifferent zurücklässt.

Literatur: Paul-Gerhard Nohl: Lateinische Kirchenmusiktexte, Bärenreiter 1996